Maut auf allen Bundesstraßen erfolgreich gestartet

Berlin, 01.07.2018

Seit heute sind in Deutschland alle Bundesstraßen für Kraftfahrzeuge und Fahrzeugkombinationen ab 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht mautpflichtig. Das mautpflichtige Straßennetz in Deutschland umfasst nun rund 52.000 Kilometer Autobahnen und Bundesstraßen. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur Steffen Bilger überzeugte sich letzte Nacht beim Mautbetreiber Toll Collect in Berlin vom planmäßigen Beginn der Mautausweitung.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer: „Die Lkw-Maut auf allen Bundestraßen kann pünktlich starten. Künftig fließen in den Jahren 2018 bis 2022 jährlich durchschnittlich 7,2 Milliarden Euro Mauteinnahmen, die wir in moderne und sichere Straßen in ganz Deutschland investieren. Das sind jährlich rund 2,5 Milliarden mehr als bisher. Davon profitieren nicht nur unsere Unternehmen, die auf eine leistungsstarke Infrastruktur angewiesen sind, sondern auch alle Autofahrer.“

Die technische Anpassung des Lkw-Mautsystems umfasste die automatische und manuelle Mauterhebung sowie die Kontrolle. Die Weiterentwicklungen wurden schrittweise eingeführt und zeitgerecht umgesetzt. Mit dem heutigen Start der Mautpflicht auf allen Bundesstraßen wird dieses umfangreiche Projekt erfolgreich abgeschlossen. Hanns-Karsten Kirchmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Toll Collect GmbH: „Die Herausforderung bestand darin, ein vielschichtiges Projekt anforderungsgemäß zu bewältigen und gleichzeitig den Regelbetrieb in gewohnter Qualität und Zuverlässigkeit sicherzustellen. Beide Aufgaben haben die Toll Collect-Mitarbeiter souverän gelöst. Einmal mehr wurde deutlich, wie flexibel das Mautsystem ist und über welches große Know-how Toll Collect verfügt.“

An der Abendveranstaltung bei Toll Collect am Potsdamer Platz nahmen auch Vertreter der Gesellschafter des Mautbetreibers teil.

Dr. Thomas Kremer, für Toll Collect zuständiges Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG, würdigte die Leistungsfähigkeit von Toll Collect: „Die Mitarbeiter der Toll Collect haben einmal mehr bewiesen, dass sie große IT-Projekte fristgerecht und im vereinbarten Kostenrahmen umsetzen können. Die Deutsche Telekom fördert diese Spitzentechnologie made in Germany. Das Mautgeschäft ist für die Telekom ein wichtiger Baustein im gesamten IT-Bereich. Wir wollen der Top-Mautbetreiber in Europa werden.“

Für die Daimler AG betonte Tom Schneider, Leiter Operations Daimler Financial Services Europe, die technologische Vorreiterrolle des Mautsystems: „Das satellitengestützte Mautsystem wurde seit der Inbetriebnahme durch die Toll Collect Mitarbeiter kontinuierlich und mit hoher Qualität weiterentwickelt. So war es möglich, innerhalb von nur 24 Monaten das hochkomplexe Erweiterungsprojekt erfolgreich umzusetzen.“

Jérôme Lejeune, Executive Director Maut bei VINCI Highways und ehemaliger Fachbereichsleiter bei Toll Collect erinnerte: „Toll Collect hat immer und erneut gezeigt, über welche Mautkompetenz das Unternehmen verfügt. Wir glauben an die Zukunft der Toll Collect GmbH!“

Mehr Unternehmen von der Mautpflicht betroffen

Schätzungen zufolge werden die Fahrzeuge von rund 30.000 Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen zusätzlich von der Mautpflicht betroffen sein. Die Unternehmen sollten prüfen, ob sie Fahrzeuge oder Fahrzeugkombinationen mit einem zulässigem Gesamtgewicht ab 7,5 Tonnen in ihrem Fuhrpark haben und dann entscheiden, auf welchem Weg sie die Maut zukünftig bezahlen wollen.

Veränderungen im automatischen Einbuchungsverfahren

Von Oktober 2017 bis Ende März 2018 wurden die rund 1,1 Millionen in Lkw verbauten Fahrzeuggeräte (On-Board Units) für die automatische Mauterhebung schrittweise von der dezentralen auf eine zentrale Mauterhebung umgestellt. Die On-Board Units senden zeitversetzt und verschlüsselt Fahrtdaten und mautrelevante Fahrzeugmerkmale an das Toll Collect-Rechenzentrum. Dort findet die Berechnung der Maut für die befahrenen gebührenpflichtigen Streckenabschnitte statt.

Im Rahmen der Weiterentwicklung wurden bei Mauterhebung und Kontrolle die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, die Maut künftig nach Gewichtsklassen zu differenzieren.

Das manuelle Einbuchungsverfahren

Das weiterentwickelte manuelle Einbuchungsverfahren bietet verschiedene Möglichkeiten für die Bezahlung der Mautgebühren. Der Schwerpunkt der neuen manuellen Einbuchung liegt auf der Toll Collect-App und deren Anwendung auf mobilen Endgeräten, wie Smartphone und Tablet. Weiterhin kann über stationäre PC oder 1.100 neue Mautstellen-Terminals gebucht werden. Die neuen Mautstellen-Terminals ergänzen die Online-Einbuchung.

Kontrollsäulen

Zukünftig werden auf den Bundesstraßen Kontrollsäulen überprüfen, ob die Mautpflicht eingehalten wird. Die Kontrollsäulen ergänzen die mobilen Kontrollen des Bundesamtes für Güterverkehr (BAG). Kontrollbrücken werden auf Bundesstraßen nicht errichtet. Technisch sind die Kontrollsäulen mit ähnlichen Funktionen ausgestattet wie die auf den Autobahnen installierten Kontrollbrücken. Die rund 600 Kontrollsäulen, die vier Meter hoch und blau/grün gekennzeichnet sind, überprüfen, ob vorbeifahrende Fahrzeuge mautpflichtig sind und die Gebühr ordnungsgemäß entrichtet wurde.

Foto frei zur redaktionellen Verwendung: Staatsekretär Steffen Bilger

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